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Die Strecke Simmern-Gemünden: Teil 2 - Betrieb, Niedergang und Abbau |
| Der lange Weg vom Bau zur Eröffnung |
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Fremdarbeiter aus Italien, russische Kriegsgefangene und deutsche Strafgefangene waren beim Bau einge- setzt. In Holzbach baute man für sie ein Barrackenlager. Die Arbeiten an der Strecke forderten 3 Todesopfer bei Sprengungen im Steinbruch und Arbeiten auf den Bahnhöfen. Berge mußten durchbrochen werden, das dabei abfallende Material wurde zur Überquerung von Tälern zu Dämmen aufgeschüttet. Die Arbeitszeit betrug 14 bis 16 Stunden am Tag, ein Hilfsarbeiter erhielt 25 Pf. Stundenlohn. 1917 mußten die Arbeiten eingestellt werden. |
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KDF-Fahrt in den 30er-Jahren in Gemünden
Nach dem Krieg: Inflation und Regiebahn Die Nachkriegszeit brachte die totale Geldentwertung. Sie führte zu einem Protestmarsch der Bahnarbeiter nach Simmern, um höhere Löhne zu erkämpfen. 1920 betrug der Inflations-Lohn pro Tag 42,- Mark. Am 16. August 1921 lief der Bahnverkehr bis Holzbach, und ohne große Feierlichkeiten wurde am 03.Juli 1922 die Nebenbahnstrecke Simmern- Gemünden eröffnet. Am gleichen Tag stellte die Post den Autoverkehr zwischen Gemünden und Martinstein ein, so daß die einzige Verbindung zur Nahe wegfiel. In der Zeit des so genannten "Passiven Widerstands" ging der Eisenbahnbetrieb in französische Hände über. Deutsche Eisen- bahn wurden ins rechtsrheinische Gebiet ausgewiesen. Die Bevölkerung boykottierte die Bahn. Nachdem wieder normale Verhältnisse herrschten, verkehrten vier Züge am Tag auf der Strecke. Sie brachten Arbeiter, Schüler und Einkaufslustige nach Simmern. |
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![]() 2 x der Bahndamm bei Simmern. Heute Kreuzt hier die 4 Spurriege B50 die Bahntrasse die fast verschwunden ist. |
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Nun 3 Fahrkarten aus dem letzten Jahr 1. Zeigt eine Fahrkarte wie sie bis Mitte der 60iger ausgestellt wurde. toll ist daran, dass die Strecke Tiefenbach - Gemünden eingetragen ist 2. Zeigt ebenfalls eine Fahrschein im Zug ausgestellt 3. Nr 3 wurde in Simmern ausgestellt und brachte den Fahrgast nach Tiefenbach Vielen Dank für die Karten an K.D. Ihmig |
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Der schnelle Weg zum Ende: Bahnbus und Individualvekehr
Als man parallel zur Bahn eine Bahnbuslinie zwischen Simmern und Martinstein einrichtete, war der erste Schritt zur Untegrabung des Personenverkehrs getan. Wer wollte noch die weiten Wege zu den außerhalb der Dörfer liegenden Bahnhöfen gehen, wenn es nun möglich war, mitten im Dorf einzu-steigen und das zu gleichen Fahrpreisen? Hinzu kam die allmählich einsetzende Motorisierung von Arbeitern, die zeitlich unab- hängig und auch weiter entfernte und von der Bahn nicht berührte Arbeitsstellen anfahren konnten. Zwar gab es massive Proteste seitens der Gemeinden jedoch war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Der letzte Akt verlief wie folgt: 1961 - Abbau der Nebengleise an den Verladerampen 1963, 24.11. - letzter Personenzug zwischen Simmern und Gemünden 1964, März - Demontage der Schienen, danach Abbruch von Bahnhofs- gebäuden und Brücken.
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Eine der ersten im Hunsrück eingesetzten V100 macht sich beim Abbau „nützlich“. Zu sehen ist auch ein Kranwagen 194 NIEMAG nach Umbau Bauart 195. |
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10t Gleibaukran beim Abbau der Strecke |
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Eine kurze Chronik: 1914-1922 Bau der Bahnstrecke Simmern-Gemünden mit russischen und französischen Kriegsgefangenen, italienischen Arbeitern und deutschen Sträflingen 1.Juli 1922 Eröffnung der Gesamtstrecke Simmern-Gemünden (Holzbach bereits 1921) 1959 Einstellung des Güterverkehrs auf der Strecke nach Gemünden 1961 Abbau der Nebengleise 24.Sept 1963 Letzter Personenzug 1964 mit 93 637 und 93 931 verlassen die letzten Dampfloks das BW Simmern 1965 Demontage der Schienen zwischen Simmern und Gemünden Quelle: Hunsrücker Heimatblätter, Gustav Schellack Archiv Eisenbahnfreunde Simmern e.V.
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